Wenn Freundschaften wehtun: Mobbing

Zwei Jugendliche sitzen auf Treppenstufen und reden.

Früher habt Ihr zusammen in der Pause gestanden. Jetzt drehen sich die anderen weg, wenn Du kommst. In der Klassengruppe tauchen Sprüche über Dich auf, manchmal auch Fotos. Wenn Du etwas sagst, wird gelacht. Und morgens hast Du Bauchschmerzen, sobald Du an die Schule denkst.

Wenn Dir so etwas passiert, ist das kein harmloser Streit. Es kann Mobbing sein. Und es ist wichtig, dass Du eines weißt: Es ist nicht Deine Schuld.

Was ist Mobbing?

Streit gibt es in jeder Freundschaft. Mal fällt ein gemeines Wort, mal ist jemand beleidigt. Das ist unangenehm, aber meistens klärt es sich wieder.

Von Mobbing spricht man, wenn jemand über längere Zeit immer wieder angegriffen, gedemütigt oder ausgegrenzt wird. Oft steht dabei eine Person allein gegen eine Gruppe. Mobbing kann sehr unterschiedlich aussehen:

  • Beleidigungen, Spott oder Gerüchte
  • jemanden absichtlich ausschließen oder ignorieren
  • Drohungen, Schubsen oder Sachen wegnehmen
  • Nachrichten, Bilder oder Kommentare im Netz, das nennt man Cybermobbing

Cybermobbing ist besonders belastend, weil es nicht an der Schultür aufhört. Es kann Dich bis nach Hause und bis ins Bett verfolgen.

Warum es so sehr wehtut

Menschen brauchen das Gefühl, dazuzugehören. Ausgeschlossen zu werden, kann sich deshalb fast wie ein körperlicher Schmerz anfühlen. Deshalb ist es völlig verständlich, wenn Dich Mobbing traurig, wütend, ängstlich oder erschöpft macht.

Viele Betroffene fangen an, an sich selbst zu zweifeln. Sie fragen sich, was an ihnen falsch ist. Doch Mobbing sagt nichts über Dich aus. Es sagt etwas über die aus, die mobben, und über eine Gruppe, in der so etwas zugelassen wird.

Was Du tun kannst

Sprich mit jemandem. Das ist der wichtigste Schritt, auch wenn er schwerfällt. Viele schweigen, weil sie sich schämen oder Angst haben, dass es schlimmer wird. Allein kommt man aus Mobbing aber kaum heraus. Such Dir eine Person, der Du vertraust: Eltern, andere Verwandte, eine Lehrkraft, die Schulsozialarbeit oder eine Freundin oder einen Freund.

Sammle Beweise. Mach Screenshots von Nachrichten und Kommentaren. Schreib auf, was wann passiert ist und wer dabei war. Das hilft Dir später, wenn Du mit Erwachsenen oder der Schule darüber sprichst.

Blockieren und melden. In sozialen Netzwerken und Messengern kannst Du Personen blockieren und Inhalte melden. Du musst nicht alles lesen, was über Dich geschrieben wird.

Such Dir Orte, an denen es Dir gut geht. Ein Verein, ein Hobby, Menschen außerhalb der Schule. Dort kannst Du erleben, dass Du gemocht wirst, so wie Du bist. Das ist ein wichtiges Gegengewicht.

Wenn Du etwas beobachtest

Vielleicht bist Du nicht selbst betroffen, siehst aber, wie jemand anderes gemobbt wird. Auch dann kannst Du viel tun. Lach nicht mit und teile keine gemeinen Inhalte. Sprich die betroffene Person an und zeig ihr, dass sie nicht allein ist. Und hol Dir Unterstützung von Erwachsenen. Das ist kein Petzen, das ist Hilfe.

Wann therapeutische Hilfe sinnvoll ist

Mobbing kann Spuren hinterlassen, manchmal auch noch lange, nachdem es aufgehört hat. Vielleicht fällt es Dir schwer, anderen wieder zu vertrauen. Vielleicht hast Du Angst vor der Schule oder fühlst Dich oft niedergeschlagen.

Dann kann eine Therapie helfen. Du kannst dort in einem geschützten Rahmen erzählen, was passiert ist. Gemeinsam schauen wir, was Dich stärkt und wie Du wieder mehr Sicherheit im Umgang mit anderen findest.

Wenn es Dir gerade sehr schlecht geht: Du kannst jederzeit anonym und kostenlos die Telefonseelsorge anrufen, unter 0800 111 0 111. Die Nummer gegen Kummer erreichst Du unter 116 111. Im Notfall wähle die 112.

Du willst darüber reden?

Du erreichst mich telefonisch unter 03843 8559889. Wenn ich gerade nicht rangehen kann, sprich einfach Deinen Namen und Deine Nummer auf den Anrufbeantworter. Ich melde mich so schnell wie möglich zurück. Oder schreib mir eine kurze Nachricht über das Formular auf der Seite Kontakt.

Ab 15 kannst Du selbst entscheiden, ob Du zu einem ersten Gespräch kommst. Die Kosten für eine Therapie übernimmt in der Regel die Krankenkasse.

Die Texte ersetzen kein persönliches Gespräch. Wenn Du darüber reden möchtest: Ruf an unter 03843 8559889 oder schreib über das Kontaktformular.